Infos über den 17. Bauabschnitt der A100

Der Streckenverlauf

Der 17. Bauabschnitt der A100 in Berlin sieht vor, dass die 6-spurige Autobahn vom Treptower Park bis zur Storkower Straße führt.

Die Autobahn würde direkt westlich an die S-Bahn-Station Treptower Park angrenzen und von dort über die Spree führen. Die Elsenbrücke, momentan für viel Geld ersetzt und neu errichtet, müsste wieder abgerissen und nochmals neu gebaut werden.

Eine geplante Autobahnausfahrt würde direkt in die Wohnbezirke des Rudolfkiez münden. Anschließend sehen die Planungen für die A100 vor, dass die Autobahn unter dem Ostkreuz in einen Tunnel führt, in dem die beiden Richtungen übereinander angeordnet sind ("Doppelstocktunnel").

Rechtzeitig vor der Wohnanlage in der Wilhelm Guddorf Str. würde die Autobahn laut Planungen wieder auftauchen. Anschließend sehen die Entwürfe für den 17. Bauabschnitt vor, dass die A100 über das Dach des Ringcenter II an der Frankfurter Allee geführt wird.

Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs nördlich der S-Bahn-Station würde die Autobahn dann weiter bis zur Storkower Straße führen.

Wer ist für den Autobahnausbau zuständig?

Nach der Föderalismusreform ist der Bund für den Ausbau der Bundesautobahnen zuständig.

2016 hat die Regierung (Große Koalition) den Bundesverkehrswegeplan 2030 beschlossen. Der 16. und 17. Bauabschnitt wurden danach vom Bundestag per Gesetz als "laufendes" bzw. als "fest disponiertes" Vorhaben eingestuft.

Der 16. Bauabschnitt der A100 soll laut Aussagen der "Autobahn GmbH" Ende 2024 in Betrieb gehen.

Ende März 2022 hat die zuständige Autobahn GmbH eine Ausschreibung veröffentlicht, in der die Planungen beschrieben werden.

Der Streckenverlauf im Detail

Spreequerung

Die sechsspurige Autobahn soll sich zwischen Allianz-Tower und Schienen zwängen.

Damit die Betonschneise die Spree überqueren kann, muss die planmäßig bis 2028 neu errichtete Elsenbrücke (Kostenpunkt: 100 Millionen Euro) wieder abgerissen werden. Die unter Denkmalschutz stehende Osthafendirektion des alten Hafens muss ebenfalls der Autobahn weichen.

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Anschlussstelle Ostkreuz

Die Planungen für den 17. Bauabschnitt sehen vor, dass der Rudolfkiez in Friedrichshain mit einer eigenen Autobahnausfahrt beglückt wird. Die Ausfahrten münden auf den Markgrafendamm, der direkt durchs Wohngebiet führt.

Doppelstocktunnel

Die Autobahn soll kurz vor dem Ostkreuz in einen Tunnel führen, der die beiden Fahrtrichtungen übereinander führt. Der Verlauf der A100 verläuft in diesem Abschnitt direkt unter der Neuen Bahnhofsstraße bzw. Gürtelstraße.

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Wohnanlage Wilhelm-Guddorf-Straße

Der Tunnel der A100 soll ungefähr auf Höhe des Wiesenwegs enden und dann die Gleise der Ringbahn kreuzen. Die Planungen sehen vor, dass der Autobahntrog im Anschluss ebenerdig direkt vor dem Wohnkomplex an der Wilhelm-Guddorf-Straße vorbeigeführt wird. Hunderte Familien sollen in Zukunft - statt ca. 150 Bäumen - tausenden Autos, Abgasen und Lärm ausgesetzt sein.

Frankfurter Allee

Spektakulär geht es weiter: Die Planungen sehen vor, dass die sechsspurige A100 über dem Dach des Ringbahncenters II (östlich der Gleise) verlaufen soll.

Ebenfalls auf der Höhe der Frankfurter Allee soll eine zweite Autobahn-Aus- und Einfahrt entstehen. Damit wird die chronisch überlastete Straße sicherlich nicht weniger stauanfällig.

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Containerbahnhof an der Frankfurter Allee

In Berlin werden seit Jahren etliche Flächen für eine antiquierte Verkehrspolitik vorgehalten - also nicht bebaut. Beispielshaft zum Beispiel das Areal des alten Containerbahnhofs an der Frankfurter Allee. Auf zehntausenden Quadratmeter könnten Wohnungen, Erholungsgebiete, Schulen oder Kultureinrichtungen entstehen. Könnte. Stattdessen baut der Bund eine Autobahn, die Menschen schädigt und die Umwelt zerstört.

Storkower Straße

Der 17. Bauabschnitt der A100 soll planmäßig in die Storkower Straße münden. Direkt an den Fenstern der Carl-von-Linné-Schule vorbei.

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